Springe direkt zu: Textanfang Hauptmenü Suche Weitere Informationen Metanavigation

Hauptmenü

rosalux.de


Tagung / Konferenz
Mit Christoph Bautz, Prof. Ulrich Brand, Prof. Christoph Butterwegge, Pia Eberhard, Dr. Dagmar Enkelmann, Katja Kipping, Ralf Krämer, Caren Lay, Sabine Leidig, Charlotte Loreck, Cornelia Möhring, Jürgen Resch, Bernd Riexinger, Prof. Hans Joachim Schellnhuber, Jutta Sundermann, Nina Treu, Dr. Gesine Lötzsch, Niema Movassat, Dr. Kirsten Tackmann, Hubertus Zdebel
Freitag, 27.01.2017 17:00 Uhr bis Samstag, 28.01.2017 18:00 Uhr

Zeche Zollverein, Essen
Gelsenkirchener Str. 181
45309 Essen
UNESCO-Welterbe

Karte

Genug für Alle - sozial.öko.logisch

Konferenz der Rosa-Luxemburg-Stiftung und Bundestagsfraktion DIE LINKE zum sozial-ökologischen Umbau

Fotorechte: istockphoto.com/vitalssss AntonBalazh

Frieden, Gerechtigkeit und Bewahrung der natürlichen Lebensgrundlagen: Große Ziele. Große Aufgaben. Für einzelne Bewegungen viel zu groß. Für einzelne Parteien unerreichbar. Deshalb wird immer mehr die Frage diskutiert: Wie kommt zusammen, was zusammen gehört? Welchen ökologischen Geist brauchen Verteilungskämpfe? Was tun Umweltbewegungen gegen Armut im Hier und Jetzt? Was hat Geschlechtergerechtigkeit mit dem Schutz der Umwelt zu tun? Wie überzeugend sind unsere Alternativen dafür, auch den Alltag zu ändern? Wann endlich gibt es wieder gemeinsame Aktionen gegen Krieg und Vertreibung? Welche Leitideen und Leitprojekte braucht ein Plan B?

Wer Antworten auf diese Fragen sucht, muss nicht bei Null beginnen. Im Gegenteil: Die erfolgreichsten Kampagnen der Gegenwart sind getragen von einem links-ökologischen Geist. Zum Beispiel Volksentscheide für Stromnetze und Wasserversorgung in öffentlicher Hand, Widerstand gegen Freihandelsabkommen, Projekte der Klimagerechtigkeit, Aktionen für eine Energiewende in eigener Regie, Blockaden von Kohlegruben und Pipelines, Demonstrationen gegen unsinnige Großprojekte. Der Veränderungswille kommt vor allem dann in Bewegung, wenn sich die Abwehr des Falschen mit Visionen der Gerechtigkeit verbündet. Auf diesem Wege gibt es viele Hoffnungszeichen, aber noch mehr Fragezeichen. Beides soll zur Sprache kommen – vor allem mit Blick auf die politische, aber auch die eigene lebensweltliche Praxis.

Erfahren Sie mehr und diskutieren Sie mit im Konferenzblog: www.sozial-öko-logisch.de oder laden Sie den Konferenzflyer runter.

Im Rahmen der Konferenz wurden ExpertInnen um Kurzinterviews zum sozial-ökologischen Umbau gebeten, die Sie auf dem Konferenzblog oder hier in voller Länge finden.

  • Ralf Krämer, Bereich Wirtschaftspolitik, ver.di-Bundesvorstand | als pdf hier
  • Eva Bulling-Schröter,  Energie- und Klimapolitikerin der Fraktion DIE LINKE. im Bundestag | als pdf hier
  • Prof. Ulrich Brand,  Universität Wien, Stellv. Leiter des Instituts für Politikwissenschaft | als pdf hier
  • Christoph Bautz, Geschäftsführer der Organisation Campact | als pdf hier

 

 

  • Freitag, 27. Januar 2017
  • Samstag, 28. Januar 2017

17 Uhr
Ankommen und Anmeldung

18 Uhr
Bunt, Aktiv, Global für den sozial-ökologischen Umbau
Aktivistinnen und Aktivisten berichten über Widerstandsformen & Erneuerungsprojekte
*Pia Eberhard (Corporate Europe Observatory / Bündnis „TTIP unfairhandelbar“),
*Michael Efler (Mitglied des Berliner Abgeordnetenhauses, ehem. Sprecher des Berliner Energietischs),
*Tadzio Müller (Rosa-Luxemburg-Stiftung),
*Hannes Rockenbauch (Aktionsbündnis gegen Stuttgart 21),
*René Schuster (Umweltgruppe Cottbus/Grüne Liga),
*Jutta Sundermann (aktion agrar)
Nie zuvor haben Menschen diesen Planeten so stark verändert wie in den letzten hundert Jahren. Nie zuvor stellte eine menschengemachte Bedrohung wie der Klimawandel die Menschheit vor so riesige Herausforderungen. Doch an vielen Orten regt sich Widerstand. Menschen wehren sich gegen die ökologische Zerstörung und entwickeln konkrete Alternativen zum Status Quo der Ausbeutung von Mensch und Natur. Mit diesen Aktivistinnen und Aktivisten wollen wir in die Konferenz einsteigen und Mut machen. Sie berichten von ihren Kämpfen für den sozial-ökologischen Umbau und zeigen bewegende Bilder: über Aktionen zivilen Ungehorsams, erfolgreiche Mobilisierungen bis in die Mitte der Gesellschaft und ermutigende Erneuerungsprojekte.

19:30 Uhr
Begrüßung durch Niema Movassat (MdB, DIE LINKE, Essen)

Podium: Politik und Gesellschaft in Bewegung bringen
Wie kommt der sozial-ökologische Umbau in Fahrt?
*Christoph Bautz (Geschäftsführender Vorstand von Campact),
*Nina Treu (Konzeptwerk Neue Ökonomie),
*Bernd Riexinger (Vorsitzender der Partei DIE LINKE)
Moderation: Sabine Leidig (MdB, Koordinatorin des Projekts „PLAN B – Das rote Projekt für einen sozial-ökologischen Umbau“ der Bundestagsfraktion DIE LINKE)
An vielen Orten setzen Menschen heute schon ihre Ideen für den sozial-ökologischen Umbau um. Sie starten Volksbegehren für öko-soziale Stadtwerke und Internet-Petitionen gegen Gentechnik, sie streiten in Parlamenten für einen besseren öffentlichen Nahverkehr und blockieren Braunkohlebagger.
Dieser Bewegung im Kleinen, steht Stagnation im Großen entgegen. Die herrschende Politik hat den Ernst der Lage nicht begriffen, agiert zögerlich und ist überkommenen Entwicklungsmustern verhaftet. Folgerichtig wird Deutschland seine Klimaschutzziele für das Jahr 2020 verfehlen, steckt die Mobilitätswende in den Kinderschuhen. Statt den Strukturwandel aktiv zu gestalten, werden Beschäftigte über eine vermeintlich sichere Zukunft getäuscht – und dann entlassen.
Wie bekommen wir Schwung in den sozial-ökologischen Umbau? Welche Projekte oder Proteste können eine Dynamik für den Umbau des großen Ganzen entfachen? Welche Akteure sind dafür zentral? Brauchen wir mehr Widerstand sozialer Bewegungen oder ist pragmatische Politikgestaltung angesagt?

ab 21 Uhr
Das Richtige im Falschen: Feiern, Reden, Kennenlernen.
Musik, Getränke und zahlreiche Bundestagsabgeordnete warten auf Euch
„Kommt zusammen, Leute. Lernt euch kenn‘!“ schlugen schon Ton Steine Scherben als ersten wichtigen Schritt vor, um endlich die Mauern einzureißen, die uns trennen und der Macht gemeinsam an den Kragen zu gehen. Damit genau dafür genug Zeit bleibt, wollen wir den Abend in einem weniger formellen Rahmen ausklingen lassen. Egal, ob Ihr mit einzelnen Referent_innen oder Bundestagsabgeordneten ins Gespräch kommen wollt, in kleiner Runde die Diskussion fortsetzen oder eigene Initiativen vorstellen möchtet – bei Musik und Getränken soll Raum für genau diesen Austausch sein. Kommt vorbei und nutzt die Gelegenheit!

10 Uhr
(Natur-)Wissenschaft verlangt Revolte
Warum welche Entwicklungen JETZT nach einem radikalen Umbau verlangen
*Prof. Hans Joachim Schellnhuber (Direktor des Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung)
*Katja Kipping (Vorsitzende der Partei DIE LINKE.)
In seinem Buch „Selbstverbrennung“ beschreibt der renommierte Klimaforscher Professor Hans Joachim Schellnhuber (PIK) eindringlich die sozialen, ökologischen und ökonomischen Folgen des Klimawandels. Das Buch ist ein Aufruf zum Handeln, um die Erde vor dem drohenden Klima-Desaster zu retten. Die Welt brauche eine „Große Transformation“, fordert der Wissenschaftler, denn ein „business as usual“ unserer Gesellschaft sei verantwortungslos und gefährlich. Wo diese Transformation ansetzen sollte und was genau mit ihr gemeint ist, diskutiert Katja Kipping mit Hans Joachim Schellnhuber in einem Streitgespräch. Für die Parteivorsitzende der LINKEN ist die Klimakrise ein weiteres Argument, endlich mit einem System Schluss zu machen, das nicht nur den Planeten, sondern auch Millionen Menschen ausbeutet. Geht es also „nur“ um eine ökologische Wende im Kapitalismus oder müssen dabei auch die Grundfesten unseres Wirtschaftens und sozialen Lebens in Frage gestellt werden? Und wieviel Druck „von unten“ braucht es, um die „Große Transformation“ einzuleiten?

11:15 Uhr
Fünf parallele Workshops: Facetten der Transformation

CARE: Sozial-ökologisch geschlechtergerecht
Transformierte Lebens- und Arbeitsweisen im grünen Sozialismus?
*Katharina Pühl (Rosa-Luxemburg-Stiftung)
*Felix Wittmann (Konzeptwerk Neue Ökonomie)
Die Sorge um andere und sich selbst sind ein unabdingbarer Teil gesellschaftlichen Zusammenhalts, von Wohlfahrt und Wohlsein. Carearbeit ist aber überwiegend noch in Händen und Verantwortung von Frauen, oft und überwiegend zu gering entlohnt oder unbezahlt im privaten Bereich. Im Kapitalismus werden Carearbeiten ähnlich wie Naturressourcen ausgebeutet; zudem prägt oft Zeitknappheit die Bedingungen dieser Tätigkeiten, sei es im privaten Bereich des Zusammenlebens oder auch der Pflege in Institutionen.
Im Workshop wollen wir den Blick umdrehen und die Frage stellen, wie eine Welt aussieht, in der Zeitwohlstand vorherrscht. Er würde erlauben, dass viele Menschen Carearbeiten machen und dies mit ihrem Erwerbsleben ohne Schwierigkeiten verbinden könnten. Zeitwohlstand würde unsere Kommunikationsformen verändern, soziale Beziehungen erweitern, Familienarbeit als wichtigen Teil von gesellschaftlich notwendigen Tätigkeiten aufwerten; Muße und Zeit für politisches Engagement ermöglichen. Eine andere Kultur von Arbeiten und eine andere Form von Wirtschaften würden entstehen; Lebensläufe anders aussehen. Zeitwohlstand und andere Formen von Care sind Elemente einer sozial-ökologischen und geschlechtergerechten Gesellschaft.

DEGROWTH: (nur) mit links?!
Geschichte, Konflikte, Potentiale der Wachstumskritik  und was DIE LINKE damit zu tun hat
*Prof. Dr. Ulrich Brand (Universität Wien)
*Sabine Leidig (MdB, DIE LINKE)
„Wir kämpfen nicht nur gegen Kohle, gegen Fracking, gegen Öl, sondern stellen Profitlogik und Wachstumswahn grundsätzlich in Frage. Diese befördern falsche Lösungen wie Marktmechanismen, Großprojekte und die fortgesetzte Ausbeutung des globalen Südens.“ (aus dem Aufruf von „EndeGelände“ 2016). So kann „Degrowth“ politisch konkretisiert werden und ist eindeutig links zu verorten. Doch nicht jede Wachstumskritik nimmt die ökonomischen und politischen Machtverhältnisse in den Blick.
Was steckt in „Degrowth“? welche Geschichte, welche Akteure, welche Positionen, Potentiale und Probleme? Dazu bieten wir zunächst ein informativ-diskursives Gespräch mit Uli Brand an. Anschließend wollen wir in intensiven kleinen Runden beraten und Vorschläge entwickeln: Wie soll DIE LINKE mit „Degrowth“ umgehen? Was wollen wir ändern, damit „Genug für Alle“ auch weltweit möglich wird.

KONSUMKRITIK oder „Mehr für alle“?
Ein Dilemma linker Strategie
*Dr. Michael Kopatz (Wuppertal Institut für Klima, Umwelt und Energie)
*Steffen Kühne (Rosa-Luxemburg-Stiftung)
Unsere Lebensweise und Vorstellungen von einem guten Leben sind eng verknüpft mit einem hohen Ressourcenverbrauch, der die Grundlagen eines guten Lebens für alle gleichzeitig untergräbt und für künftige Generationen „nachhaltig“ zerstört. Zwischen der linken Forderung nach „Wohlstand für alle“ und politischem Handeln, das die planetarischen Grenzen von Wachstum und Fortschritt anerkennt, scheint also ein Zielkonflikt zu bestehen. Kann kritischer/ethischer Konsum ein Ausweg aus diesem Dilemma sein? Sind individuelle Praxen bewusster Kaufentscheidungen, die sich gesellschaftlich verbreitern, ein zentraler Schlüssel für den sozial-ökologischen Umbau? Ist doch alles eine Frage des richtigen Bewusstseins? Bisherige Erfahrungen mit Verzichtsdebatten und dem moralischen Zeigefinger legen nahe, dass es nicht ganz so einfach ist. Der Workshop will die Diskussion führen, wie sozial-ökologische Politik persönliche Lebensstile thematisieren kann, ohne den linken Gesellschaftsentwurf an den Wünschen und Bedürfnissen der Menschen vorbei zu formulieren. Welche Rahmenbedingungen und Routinen braucht es, um dem oftmals vorhandenen guten Willen auch konkret zur Wirkung zu verhelfen?

TECHNIK: Anders Machen!
Neue Technologien für die 99%
*Jens Beyer (Ingenieur für Mechatronik mit einem Bachelor in Information Technology & Design, realisiert weltweit Kunstinstallationen, unter anderem für das Berliner Design- und Forschungsstudio THE CONSTITUTE)
*Jörg Braun (wissenschaftlicher Mitarbeiter zu Netzpolitik, Innovationspolitik und Urheberrecht bei Petra Sitte, Parlamentarische Geschäftsführerin der LINKEN Bundestagsfraktion)
Technik ist Teil unseres Alltags. Sie wirkt sich auf unsere sozialen Beziehungen aus, auf unsere Beziehung zu Arbeit und zur Natur. Und doch bleibt die politische Debatte über den Gestaltungszusammenhang von technologischer, sozialer und ökologischer Entwicklung erstaunlich blass. Gleichzeitig erzählen die Technikutopien der letzten Jahre von neuen Machtverhältnissen durch eine Dezentralisierung von Produktionsmitteln und die Demokratisierung von Zugang und Entscheidungskraft; von der Emanzipation des Bürgers aus seiner einseitigen Rolle als möglichst schweigender Konsument; von neuen Logiken des Wirtschaftens und Zusammenarbeitens. Und bereits jetzt gibt es viele gute und schlechte Beispiele techno-sozialer Entwicklungen, praktisch und netzwerkartig vorangetrieben durch Akteur*innen aus ganz unterschiedlichen Bereichen. Sie arbeiten unabhängig von Profit- und Optimierungsstreben daran, Technik für alle Menschen zugänglich zu machen und Bedingungen zu schaffen, in denen Technik Menschen und Umwelt dient und ihnen neue Freiräume schaffen kann.
In diesem Workshop stellen wir techno-soziale Projekte vor, fragen nach ihrem politischen Charakter und diskutieren, wie sie in die Gesellschaft ausstrahlen können.

NRW konkret: Mit welchen Schritten erreichen wir den sozial-ökologischen Umbau?
*Peter Bastian (SofA - Sofortiger Atomausstieg Münster),
*Fabian Hübner (Corporate Europe Observatory)
*Hubertus Zdebel (MdB, Sprecher für Atomausstieg)
Für die Mehrheit der Menschen in Deutschland steht fest: Ein Einfaches „weiter so“ mit der jetzigen Klima- und Energiepolitik der Bundesregierung darf es nicht geben. Eines der energiehungrigsten Bundesländer, nämlich Nordrhein-Westfalen, sollte hier mit gutem Beispiel voran gehen. Doch statt attraktive Konzepte für bezahlbaren öffentlichen Nahverkehr gegen den Verkehrskollaps anzugehen, setzen die Verantwortlichen weiter auf den Ausbau des Straßenverkehrs. Statt Klimakiller wie den Tagebau Garzweiler II zu schließen und konsequent den Kohleausstieg voran zu treiben, steht die Landesregierung an der Seite der Großkonzerne E.on und RWE. Trotz ihrer Milliardengewinne wollen diese die Verluste aus den schmutzigen Konzernsparten Kohle und Atom vergesellschaften und in eine Art Bad-Bank auslagern. Einmal mehr sollen die BürgerInnen die Zeche für die konzernfreundliche Politik der Regierung zahlen. Mit sozial verträglichem Umbau unserer Ressourcengewinnung hat das nichts mehr zu tun. In der Veranstaltung wollen wir im Dialog zwischen unseren Referent*innen und Teilnehmer*innen konkrete Schritte hin zu einer sozialeren und ökologischeren Zukunft besprechen.

13 Uhr
Mittagspause

14:15 Uhr
Spaltung der Gesellschaft als Hemmnis für (sozial-ökologische) Transformation
Christoph Butterwegge (Kandidat der LINKEN für das Bundespräsidentenamt und Professor für Politikwissenschaft, Universität zu Köln) im Gespräch mit Cornelia Möhring (MdB, stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Linksfraktion im Bundestag)

14:30 Uhr
Fünf parallele Workshops: Die harten Brocken der Transformation

ENERGIE: Endspiel um die Kohle
Wie stark kann der Kohleausstieg beschleunigt werden, ohne die Energiewende aufs Spiel zu setzen?
*Eva Bulling-Schröter (energiepolitische Sprecherin der Bundestagsfraktion DIE LINKE.),
*Ernst Goldbeck (bis 2003 Betriebsrat Zeche Ibbenbüren),
*Charlotte Loreck (Öko-Institut, Berlin),
*Tadzio Müller (Rosa-Luxemburg-Stiftung)
*Uwe Witt (Referent für Energiepolitik der Bundestagsfraktion DIE LINKE.)
Um das 1,5-Grad-Ziel einzuhalten, muss die Energiewende drastisch beschleunigt werden. Eigentlich wäre in Deutschland dafür ein Kohleausstieg spätestens bis zum Jahr 2025 notwendig. Also nicht erst 2035 müsste der letzte Meiler vom Netz, wie es Umweltverbände oder DIE LINKE fordern. Doch um wie viel schneller lässt sich das Energiesystem technisch und sozial realistisch umstellen? Droht ab einem bestimmten Punkt vielleicht auch die Gefahr des Scheiterns des Gesamtprojektes? Etwa weil ein zu strammes Tempo Energiesystem, Finanzen oder Akzeptanz überfordern könnten? Und andersherum: Darf eine Klimagerechtigkeitsbewegung überhaupt über solche technisch-sozialen Kippunkte nachdenken, wo doch die im Klimasystem an die Tür klopfen?

ERNÄHRUNG: MEATing Point Imperiale Ernährungsweise
Wie gelingt der Umstieg in eine Landwirtschaft mit Respekt für Mensch, Tier und Natur?
*Jutta Sundermann (aktion agrar)
*Dr. Kirsten Tackmann (MdB, agrarpolitische Sprecherin der Bundestagsfraktion DIE LINKE)
In Deutschland intensiviert sich die Debatte um faire Nutztierhaltung. Mediale Skandalierungen, lokale oder überregionale Tierschutz-Initiativen und NGOs setzen die Branche öffentlich unter Druck. Dabei wird Nutztierhaltung oft auf Tierfabriken reduziert, in denen Nutztiere ebenso ausgebeutet werden, wie die menschliche – oft migrantische – Arbeitskraft in der Schlacht- und Verarbeitungsindustrie oder im Lebensmitteleinzelhandel (LEH), die mit erpressten Dumpingpreisen hohe Renditen erzielen. Die Bundesregierung bedauert zwar die geringen Erzeugerpreise für Fleisch und tierische Produkte. Doch der Status Quo bleibt unangetastet, weil die Ausrichtung auf „wettbewerbsfähigen“ Export längst zur Doktrin geworden ist.
Dieser Raubbau an Mensch, Tier und Natur ist weder nachhaltig noch solidarisch. Aber wie gelingt der Umstieg in eine alternative Landwirtschaft? Warum sich trotz wachsenden Bewusstseins zu wenig grundsätzlich verändert, versucht u. a. das Konzept der Imperialen Lebensweise (Brand/Wissen) zu erklären. Auch wir wollen – ohne erhobenen Zeigefinger – diskutieren, wie tatsächliche Transformationspfade aussehen könnten und welche Fallstricke propagierte Gegenmaßnahmen wie z. B. Vegetarismus/Veganismus haben.

MOBILITÄT: Gegen die Verkehrs- und Betonlobby die Verkehrswende vorantreiben
Akteure, Strategien und Handlungsfelder
*Susanne Grube (Koordinationskreis der Initiativen und Umweltverbände gegen die A 20),
*Sabine Leidig (verkehrspolitische Sprecherin der Bundestagsfraktion DIE LINKE.)
*Karl-Heinz Ludewig (wissenschaftlicher Mitarbeiter bei Sabine Leidig, vorher Umkehr e.V.)
Zunächst erfolgt ein kurzer Überblick über die Akteure und deren ungleiche Einflussnahme auf die Verkehrspolitik. Wir wollen dann erfolgreiche Strategien diskutieren und weiterentwickeln, um gegen die Lobbymacht „Betonprojekte“ zu verhindern und die Verkehrswende voran zu bringen. Wir wollen einen breiten Austausch zwischen Bürgerinitiativen, Verkehrsverbänden, Verwaltung, Politik und Wissenschaft von der kommunalen bis zur Bundesebene. Ziel ist, die erfolgreichsten Strategien herauszufiltern. Weiterführendes gemeinsames Handeln wäre wünschenswert.
Damit wir uns nicht verzetteln und weil mit der Verabschiedung des Bundesverkehrswegeplans nun der Kampf gegen schädliche Straßenprojekte aktuell auf den verschiedenen Ebenen ansteht, wollen wir uns auf den Straßenbau konzentrieren. Die Diskussion soll stringent aber offen in Form eines Fishbowls moderiert werden. Der Austausch und die gemeinsame Erörterung verschiedener Strategien stehen im Fokus. Längere Inputs sind nicht vorgesehen.

STEUERN: Mit Steuern umsteuern!

Wie kann eine große sozial-ökologische Finanzreform gelingen?
*Ralf Krämer (ver.di Wirtschaftspolitik),
*Dr. Gesine Lötzsch (MdB, Vorsitzende des Haushaltsausschusses des Bundestages)
*Damian Ludewig (freier Berater, Beirat des Forums Ökologisch-Soziale Marktwirtschaft)
Solange mit einer sozial-ökologischen Transformation nicht die Marktwirtschaft als solches abgeschafft werden soll, braucht sie auch entsprechende Preissignale. Dabei muss die Finanzpolitik eine zentrale Rolle spielen. Bisher blockiert diese aber eine solche Transformation in weiten Bereichen: Über 50 Milliarden Euro an Subventionen geben Anreize für unökologisches Verhalten. Auch die Steuerpolitik ist bisher nur unzureichend auf mehr Beschäftigung, mehr soziale Gerechtigkeit und weniger Ressourcenverbrauch ausgerichtet: Der Staat verteuert vor allem den Faktor Arbeit mit Steuern und Abgaben und kaum den Faktor Ressourcenverbrauch. Und die Ungleichverteilung wächst…
Woran hängt bisher der große Wurf einer sozial-ökologischen Finanzpolitik? Wie kann es gelingen, die Einhaltung ökologischer Grenzen mit mehr sozialer Gerechtigkeit zu verbinden? Welche Widersprüche haben bisherige Konzepte auch in sich bzw. welches Konfliktpotential bergen sie innerhalb der LINKEN/Linken?

WOHNEN: Klimaschutz vs. Mieterschutz?
Energetische Gebäudesanierung kann und muss sozialverträglich sein
*Dr. Katrin Großmann (Professorin für Stadt- und Raumsoziologie an der Fachhochschule Erfurt),
*Caren Lay (MdB, stellv. Vorsitzende der Bundestagsfraktion DIE LINKE und Sprecherin für Wohnungs-, Bau- und Mietenpolitik)
*UIrich Steinmeyer (Vorstand ÖkoPlus - Fachhandelsverbund für ökologisches Bauen und Wohnen, Aufsichtsrat einer sozialökologischen Wohnungsgenossenschaft)
40% des Energieverbrauchs entfallen in Deutschland auf den Gebäudebestand. Davon wiederum gehen bis zu 85% für Heizung und Warmwasser drauf. Das größte Einsparpotential an Energie steckt in Gebäuden, die vor 1979 errichtet wurden. Hier werden 95% der Gebäudeenergie verbraucht, hier stecken die höchsten Energiesparpotentiale drin und somit enorme Möglichkeiten für den Klimaschutz. Klimaschutz ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, die der gesamten Gesellschaft zu Gute kommt. Weil dem so ist, sollte sie auch gesamtgesellschaftlich getragen werden. Doch die energetische Wohngebäudesanierung wird gegenwärtig sehr einseitig von den Mieterinnen und Mietern bezahlt. Ein Umstand, der die Akzeptanz der energetischen Gebäudesanierung in der Bevölkerung stark ausbremst. Die energetische Sanierung der Wohnung führt viel zu oft zur Vertreibung der Mieterinnen und Mieter. Notwendig ist ein Konzept, das Klima und Mieter gleichermaßen schützt. Es geht um integrierte Ansätze für die energetische Aufwertung von Wohnquartieren, ohne die Bewohnerinnen und Bewohner zu verdrängen.

17 Uhr
Die Linke und die sozial-ökologische Krise
Wie kann der linke Aufbruch aus der sozial-ökologischen Krise Fahrt aufnehmen? Was hat die Linke (an-)zu bieten? Sind wir mutig genug?
*Prof. Ulrich Brand (Universität Wien)
*Dr. Dagmar Enkelmann (Vorsitzende der Rosa-Luxemburg-Stiftung),
*Jürgen Resch (Deutsche Umwelthilfe / DUH)
*Janine Wissler (Vorsitzende der Fraktion DIE LINKE. im Hessischen Landtag)
Moderation: Susanne Götze (Umweltjournalistin, klimaretter.info)
Mit Blick auf die Debatten in den Workshops und Podien soll es zum Abschluss der Konferenz um die konkreten Schwierigkeiten gehen, die einer Umsetzung der vielen schon vorhanden Ideen und bekannten Alternativen oft im Weg stehen. Die Frage, wie sich diese Hindernisse aus dem Weg räumen lassen, ist dabei vor allem eine Frage an uns selbst. Ist linke Politik in Deutschland in der Lage, die Unzufriedenheit mit dem Bestehenden und die Abwehrkämpfe gegen das Falsche in konkrete Veränderungsprojekte zu übersetzen? Welche neuen Erzählungen von Gerechtigkeit und Teilhabe müssen gefunden werden, damit „genug für alle“ Praxis werden kann? In der Diskussion mit dem Publikum sollen Bündnisse und das Ringen um Mehrheiten für einen gesellschaftlichen Umbau im Mittelpunkt stehen.

18:30
Konferenzende

Kontakt

Steffen Kühne

Telefon: (030) 44310-402
E-Mail: kuehne@rosalux.de

Termindownload

Download im iCal-Format

Besonderheiten

In Kooperation mit Fraktion DIE LINKE. im Bundestag

Link

sozial-oeko-logisch.blog.rosalux.de/


Schriftgröße


Suche


Weitere Informationen

Youtube Kanal der RLS